am 08.09.2026 - 08:06 Uhr
Der Gebäudebestand stellt Ingenieure und Technikentscheider im Technischen Gebäudemanagement (TGM) vor enorme Herausforderungen. Heterogene Systemlandschaften, entstanden aus verschiedenen Bauabschnitten, unterschiedlichen Herstellern und Planern, führen oft zu einem schier undurchdringlichen Datenchaos. Eine einheitliche Datenbasis ist jedoch unabdingbar für eine effiziente Betriebsführung, die Umsetzung moderner Wartungsstrategien und die Nutzung von KI-basierten Optimierungstools. Genau hier setzt die ICONAG mit einer wegweisenden Lösung an: dem Benutzeradressierungssystem-Konverter (BAS-Konverter), den sie zusammen mit der Entendix GmbH entwickelt hat.
Die Problematik heterogener Adressierungssysteme
Jedes GA-System, oft historisch gewachsen, bringt seine eigene Logik und Adressierungsstruktur für Datenpunkte mit sich, die i.d.R. nicht einheitlich interpretiert werden kann. Dies erschwert nicht nur die Betriebsführung, sondern verhindert auch eine übergreifende Analyse und die Nutzung moderner Digitalisierungstechnologien. Eine manuelle Aufbereitung dieser Daten ist zeitaufwendig und fehleranfällig. So bleiben wichtige Vorteile von BACnet ungenutzt.
Das BACtwin Benutzeradressierungssystem nach AMEV-Empfehlung 174
Das BACtwin Benutzeradressierungssystem (BACtwin UAK) basiert auf der AMEV-Empfehlung Nr. 174. Diese Empfehlung des Arbeitskreises Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen (AMEV) schlägt ein universell anwendbares Regelwerk für die standardisierte und nutzerfreundliche Bezeichnung von Datenpunkten in der Gebäudeautomation vor.
Insbesondere führt das BACtwin UAK eine herstellerunabhängige und verständliche Strukturierung der Datenpunktadressierung ein, mit einem Aufbau nach Aggregat, Baugruppe und Anlage. So schafft es eine einheitliche Sprache für alle GA-Systeme, die für Mensch und Maschine gleichermaßen intuitiv interpretierbar ist .
BACtwin und der BAS-Konverter: Eine Revolution im Bestandsgebäude
Der ab Oktober 2026 für alle Gebäudebetreiber verfügbare BAS-Konverter der ICONAG-Leittechnik ermöglicht eine automatische Konvertierung der Datenpunktbezeichnungen von Bestandssystemen in das BACtwin UAK. Damit wird es möglich, das GA-Datenchaos in heterogenen Bestandsanlagen in strukturierte Informationen zu konvertieren. Ziel dabei ist, Bestandsgebäude ohne aufwendige Umprogrammierung der Automationsstationen digitalisierungstauglich zu machen.
Der ICONAG BAS-Konverter produziert eine CSV-Datei, die in beliebige andere Systeme importiert werden kann, unabhängig von der ICONAG-eigenen Management- und Bedieneinrichtung B-CON.
Der Mehrwert des BACtwin UAK: Fundament für den Digitalen Zwilling und KI-Anwendungen
Neben einer personenunabhängigen Interpretierbarkeit der Datenpunkte im Rahmen der Betriebsführung ist der größte Vorteil des BACtwin UAK im Bestand die Herstellung einer Digitalisierungstauglichkeit. Die konvertierten Datenpunktbezeichnungen werden nicht nur vereinheitlicht, sondern auch semantisch angereichert. Dies macht sie interpretierbar für eine Vielzahl weiterer Anwendungen:
Fazit:
Der BAS-Konverter im Kontext des BACtwin ist ein Game Changer für die Digitalisierung des Gebäudebestands. Er beseitigt das Datenchaos heterogener Adressierungssysteme und schafft eine einheitliche, hierarchische und interpretierbare Datenbasis, z. B. für Technisches Monitoring, Wartungsmanagement, KI-gestützte Betriebsoptimierung oder den Aufbau digitaler Zwillingen.
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